Der einfache weg

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Der WWF (World Wide Fund For Nature) lobt in seinem Bericht "Die globale Situation der erneuerbaren Energien" die Rolle von Schwellenländern wie Nicaragua, Honduras, Uruguay, Marokko, Südafrika und Jordanien beim Einsatz umweltfreundlicher Energien.

Beispielhaft sind die Entwicklungen in Nicaragua. Dies bestätigt auch Achim Steiner, Direktor des Umweltprogramms der UN (PNUMA). Aus seinem Bericht "Saubere Energie im 21. Jahrhundert" geht hervor, dass erneuerbare Energien die Armut im Land bekämpfen und die Umweltzerstörung vermindert.

Besonders positiv wird die Einführung eines Gesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien gewertet. Bis 2020 erwartet das Land, 90 Prozent seines Strombedarfs mit erneuerbaren Energiequellen decken zu können.

„Auch wenn in Deutschland viele Bedenkenträger eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien immer noch für völlig unrealistisch halten, so sind einige Länder in Lateinamerika schon weiter und zeigen, wie es geht“, sagt Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG-Gesetzentwurfes. Costa Rica z. B. sei schon seit 2015 in der Lage, seine Stromversorgung fast vollständig mit Erneuerbaren zu decken. Genauso Uruguay, wo besonders auf die Windkraft gesetzt wird.

 

Ecuador und Brasilien als Positivbeispiele

Ecuador hat die unter Naturschutz stehende Galapagos-Insel Floreana auf erneuerbare Energien umgestellt. Solar-Anlagen in Verbindung mit Dieselgeneratoren, die mit nachhaltig erzeugtem Pflanzenöl betrieben werden, decken den Strom- und Kühlbedarf. Nach dem gleichen Muster soll noch dieses Jahr die Insel Isabela auf ein Hybrid-System aus Photovoltaik, Batterieanlage und Jatrophaöl-Generatoren umgestellt werden.

Als weiteres Positivbeispiel nennt Fell Brasilien: Der Photovoltaik-Konzern Canadian Solar baut die größte Solar-Fabrik des Landes. Das Unternehmen entwickelt in Brasilien Projekte mit einer Gesamtleistung von 390 MW. „Es ist lange her, dass in Europa in eine solche neue Solarfabrik investiert wurde“, so Fell.

 

Fell: „Europa verfestigt Import von Erdöl aus Brasilien, Mexiko und Ecuador“

„Diese Schlaglichter, die bei weitem kein umfassendes Bild aufzeigen, beleuchten, dass Lateinamerika unideologisch auf die gesamte Palette aller erneuerbaren Energien setzt, optimiert auf die jeweiligen örtlichen Verhältnisse. In Europa gibt es währenddessen immer mehr Widerstände gegen Geothermie und Bioenergie, insbesondere gegen nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe“, kritisiert Fell. Auch gegen Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft wachse der Widerstand. „Europa verfestigt mit seinem Festhalten an den konventionellen Energien den Import von Erdöl aus Brasilien, Mexiko und Ecuador, womit dort Urwälder wie der einzigartige Yasuni Nationalpark abgeholzt werden. Oder Importe von Kohle aus Kolumbien, wo Menschenrechte und Naturräume mit Füßen getreten werden.“

Eine Studie der Lappeenranta University of Technology in Finnland ergab, dass Südamerika mit dem richtig geplanten Ausbau von erneuerbaren Energien bis 2030 die Stromversorgung vollständig regenerativ decken könne. „Große Teile in Süd- und Mittelamerika sind auf dem besten Wege dazu und Europa inklusive Deutschland wird selbstverschuldet immer weiter abgehängt“, so Fell.

 

 

 

 

13.03.2016 | Quelle: Hans-Josef Fell; Bild: Enel | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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